Florian Steglich

 
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In eigener Sache

Jetzt damals.

Heute liegt ein jetzt-Magazin in der Süddeutschen Zeitung. 9 Jahre und ein paar Tage nach der Einstellung des Heftes. Da gönne ich mir in der Mittagspause mal einen Moment Sentimentalität, denn das jetzt:-Ende 2002 war so eine Art netzkulturelle Initiation für mich. Ich saß alleine im Dachzimmer vor dem blaugrauen Power Mac G5, fand die Entscheidung der Gesellschafter des Süddeutschen Verlags falsch und klöppelte mit Hilfe von SelfHTML eine Website mit Pressespiegel, Protestaufrufen und Newsletter zusammen. Und dann war ich sehr schnell nicht mehr alleine. Es kamen Mails aus der jetzt:-Redaktion, andere, schon vorhandene Protest-Websites nahmen meine auf, neue kamen hinzu, Online-Medien berichteten, jetzt.de-User trommelten. Wir waren sauer. Und ich hatte die Link Economy begriffen.

So sah das aus:

Jetzt_erst_recht

(Ich schätze, ich habe Stunden mit der Überlegung verbracht, ob ich »10.000« oder »10,000«, »16.07.2002« oder »16_07_02« schreiben soll.)

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Und weiter.

Vor zwei Jahren habe ich mein kleines Medienblog auslaufen lassen, ohne große Worte und eigentlich auch ohne Absicht. Das Bloggen für imgriff.com und das inzwischen leider verblichene medienlese.com brauchte die Aufmerksamkeit und brachte den Spaß. Das ist immer noch so, aber in den letzten Monaten wurde das Bedürfnis nach einem eigenen, privaten Blog immer größer. Da ist zuviel, was mir unter den Nägeln brennt. Mehrere Dokumente des Zorns mit halbfertigen Texten zum »Zugangserschwerungsgesetz« liegen auf meinem Rechner herum und konnten nirgendwohin, und vor der Wahl am Sonntag werde ich noch etwas über die Piratenpartei loswerden müssen. Ein Politikblog wird das hier trotzdem nicht werden. Und auch kein Medienblog wie damals, obwohl es sicher ab und an um Medien gehen wird. Es wird ganz einfach um alles gehen. Und garantiert auch mal ein paar Wochen Stille geben, wenn ich keine Zeit hierfür finde. Ein richtig schön ignorantes Privatblog eben.

* * *

Das alte Blog übrigens werde ich demnächst (sobald ich herausgefunden habe, was in Dreiteufelsnamen ein »Fax« ist) mal zu einem anderen Provider umziehen, aber sonst soll nichts weiter damit passieren: Es wird so abrupt beendet, wie es ist, online bleiben.

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