Florian Steglich

 
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Politik

Zweierlei Mißtrauen.

Ein Nachtrag zum letzten Artikel über den kleinen, aber ziemlich großen Unterschied zwischen dem datensammelnden Staat, datensammelnden Unternehmen und datenfreigiebigen Nutzern: Auf der Titelseite der aktuellen »Zeit« (mittlerweile online) plädiert Heinrich Wefing für mehr Regulierung des Netzes (und speziell von Google). Der Lead lautet:

»Dem Staat nehmen wir eine Volkszählung übel, aber Internet-Giganten erlauben wir jeden Zugriff. Warum bloß?«

Ziemlich steile These in jenem Land, in dem wohl am heftigsten von allen gegen den Internet-Giganten Google gewettert und durchaus auch vorgegangen wird. Und das gilt nicht nur für die Politik. Von Teilen der sogenannten Netzgemeinde, der Wefing eine »einseitige Fixierung auf den Staat« vorwirft, werden Google, Facebook und Apple schon deutlich länger (und deutlich fundierter) kritisiert.

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Der kleine Unterschied.

Der Titel »Nachrichten aus dem Netz«, den eine Rubrik im Feuilleton der »Süddeutschen Zeitung« trägt, passt zu jener Perspektive, mit der viele deutsche Medien noch immer alles betrachten, was im Internet geschieht. »Nachrichten aus dem Netz«, das klingt nach Terra Incognita, das müssen wohl Nachrichten sein, die von sich wagemutig ins Herz der Finsternis vorwagenden Reportern nach Hause gesendet werden; und froh darf man sein an Tagen, an denen es in all den Wirrnissen keine Vermißtenmeldungen oder Übermittlungsschwierigkeiten gegeben hat.

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Warum ich am Sonntag die Piraten wählen werde.

Ich habe schon immer taktisch gewählt. Äußerst mißtrauisch ging meine Stimme an den laut Umfragen kleineren Partner einer Koalition, damit deren Teile ausgewogener wurden; oder an eine Partei, die aller Voraussicht nach zwar ins Parlament, aber nicht in Regierungsverantwortung geriet, auf daß es eine möglichst starke Opposition gebe; und im Zweifel immer an eine der kleineren Parteien, die sich sinnvolle Forderungen erlauben konnten, weil sie es nicht einem ganzen Volk rechtmachen wollten. Grundsätzliche Kritik an taktischer Wahlmotivation kann ich nicht nachvollziehen, Parteientreue roch mir immer etwas muffig. Alles Handeln von Politikern vor und nach einer Wahl besteht aus Taktieren - wieso genau soll ich mich da zurückhalten?

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