Florian Steglich

 
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The Vertical Newspaper.

Früher war alles besser, und in diesem Jahr war früher alles besonders viel besser, scheint’s: Volksparteien, die keine mehr sind, versuchen, die Zeit der Autobauernation zu konservieren, wir müssen wieder diese Atomdiskussion führen, obwohl sich prinzipiell alle recht einig sind, und immer mehr Verleger sind der Meinung, wenn man es sich nur fest genug wünsche, klappe das auch mit diesem Paid Content im Netz.

Dabei würde ich mir viel lieber neue Ideen anhören. Zum Beispiel die von Peter Bluijs, der Journalist beim niederländischen »De Telegraaf« war (ja, das ist die Zeitung, deren Korrespondent neulich die 100.000-DM-Frage an Angela Merkel gestellt hat) und sich die »vertikale Zeitung« ausgedacht hat:

Gefunden bei Journalism.co.uk

Kommentare (5)

Nov 02, 2009
tom said...
Ja, das ist es. Der Mann hat es ganz genau erkannt. Es gibt nichts lästigeres, als in der Bahn großformatige Zeitungen zu lesen.
Nov 02, 2009
test said...
ist ja nicht so, dass er da eine ganz normale zeitung in der hand hält, deswegen kann er keine einzelnen seiten umblättern, sondern muss immer ein ganzes paket umblättern.
Nov 02, 2009
Mathias said...
Die Frage nach der Zukunft der Zeitung darf sich nicht über das Format, sondern über den Inhalt entscheiden. Klar, scheint die Idee auf den ersten Blick nicht schlecht zu sein, aber dadurch wirkt das Ganze recht billig. Außerdem bieten große Formate ganz besondere Arten des Layouts und der grafischen Gestaltung, die hier verloren gingen.

@Tom: Mit etwas Übung und Geschick ist es übrigens kein Problem, eine Zeitung im klassischen Format auch auf engem Raum zu lesen. Ein Knick in der Mitte, und schon geht's los.

Außerdem ist es angenehmer, eine in Bücher aufgeteilte Zeitung zu lesen, dann hat man stets nur ein paar Seiten in der Hand und tut sich leichter.

Übrigens: Eine gute Zeitung zeichnet sich aucf dadurch aus, dass im Idealfall alle Texte auf einer Seite lesenswert sind. Somit reduziert man in der Enge des ÖPNV die Umblätterfrequenz drastisch.

Nov 02, 2009
tba said...
@mathias: ich glaube nicht, dass peter bluis gedacht hat, "wie kann ich eine zeitung mit schrott-inhalt dennoch verkaufen? ach ich habs, vertikales umblättern!"
das der inhalt das wichtigste ist, ist dem gutem mann sicher klar, deshalb erübrigt sich dieser einwurf.
und da das so ist, werden manche zeitungsleser sicher auch auf besondere arten des layouts und der gestaltung verzichten können.

ich jedenfalls lege auf große schön bilder und extra texte in boxen nicht viel wert. eine zeitung im vertikalen format würde ich auf jeden fall mal ausprobieren.

Nov 02, 2009
@Mathias: Die wenigsten Tageszeitungen arbeiten doch mit Artikeln über die Doppelseite, insofern sieht der Leser von Bluijs’ Variante nicht weniger als der eines anderen Tabloid-Blattes (der im Zweifel, zumindest in öffentlichen Verkehrsmitteln, auch auf eine Seite zusammenfaltet). Grafische Einbußen dürfte es also nur wenige geben.

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